Der Marktplatz wirkt durch das schmucke Rathausgebäude und die prächtige Mariensäule aus weißem Eggenburger Sandstein besonders ansprechend. Die lateinische Inschrift am Sockel dieser Säule bezeugt, daß Freiherr J.N. von St. Julien sie 1710 zum Dank für die Genesung eines seiner Söhne nach schwerer Krankheit errichtet hat. Seit der letzten Restaurierung erstrahlt die Mariensäule wieder in neuem Glanz. Die bei der Ortszufahrt, kurz vor dem Pensionistenheim stehende Statue des hl. Johannes Nepomuk stiftete 1725 ebenfalls der Schlossherr von Wallsee.

Schloß Wallsee. Von der nördlichen Marktplatzseite erhält man durch das repräsentative Gartentor einen anschaulichen Blick, entlang der Alleebäume, bis zum Hauptgebäude mit dem 40 Meter hohen Bergfried. Das bewohnte Schloß (Nieder-)Wallsee hat eine reichhaltige Geschichte. Herzog Rudolf IV., der Stifter, erteilte 1364 den Beratern seiner Söhne, den angesehenen Herren von Wallsee, die aus dem württembergischen Städtchen Waldsee stammten, die Erlaubnis zur Errichtung einer Feste auf dem Klausberg bei Mühllacken in OÖ und das Recht, ihr den Namen des hochverdienten Geschlechtes "Wallsee" zu geben. Es war dies die Burg "Ober-Wallsee" in OÖ, heute nur mehr eine Ruine. Als Gegensatz zu Ober-Wallsee erhielt das heutige Schloß Wallsee den Namen Nieder-Wallsee, der bis zur jüngsten Vergangenheit verwendet wurde. Die archäologische Grabung 1989–91 ergab, daß die 1111–1144 beurkundete "Sunnilburg" im Bereich des Kindergartens stand. Der letzte männliche "Wallseer" verstarb 1483, seine Tochter, kinderlos, 1506. Im Laufe der Zeit wurde die Burg zum Schloß umgebaut. Es entstand ein geschlossener Baukomplex. Mehrmals wechselten die adeligen Besitzer. Vom Sohn der englischen Königin Viktoria, Alfred, Herzog von Edinburgh, Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha, erwarben im Jahre 1895 die Habsburger das Schloß.
Die neuen Besitzer waren Erzherzog Franz Salvator mit Gemahlin Erzherzogin Marie Valerie, der Lieblingstochter von Kaiser Franz Joseph I. Zu dieser Zeit wurde das Schloß umgebaut und zum derzeitigen Aussehen renoviert. Gerne verbrachte Kaiser Franz Joseph Weihnachten in Wallsee. Sein Urenkel, Erzherzog Franz Salvator Habsburg Lothringen, ist jetzt mit seiner Gattin Dr. Hedwig im Besitz des Schlosses.

Pfarrkirche Sindelburg "Hl. Johannes d. Täufer". Der Name der Pfarre und der Kirche ist eng verflochten mit dem Herrengeschlecht der Sunnilburger (Schloß Wallsee). Urkundlich wird die Kirche erstmals 1071 genannt.
Sie befindet sich unweit der südlichen Marktgrenze auf erhöhter Lage (309 m). Bei der umfassenden Innenrestaurierung der Pfarrkirche (1990) wurde in umsichtiger, fachkundiger Arbeit auf die Gegebenheiten der spätgotischen und barocken Strukturelemente besonders geachtet. Selbst auch bei der Erneuerung der Kirchenbänke wurde auf wesentliche Stilformen Bedacht genommen. Die Farbfassung der Wand- und Dekkenflächen bezieht sich auf die bekannten hellen Farben der Barockzeit. Sehenswert sind neben den barocken Heiligenfiguren u. den Bildern "M.J. Schmidt, 1781" auch die an der rechten Seitenwand befindlichen Renaissance-Epitaphe.

R.-k. PFA Sindelburg 26, 3113 Wallsee, Tel. 07433/2245. Gottesdienste: So 8 und 9.30 Uhr.

Die im Markt befindliche Filialkirche "St. Anna-Kapelle" wird von der PFK Sindelburg mitbetreut. Sie wird für Wochentagsmessen, Mai-, Kreuzweg- und Totenandachten genützt. Bevorzugt wird sie auch für Trauungen.