Die handfesten Nachweise über die bedeutende Historie des Ortes Wallsee lieferten die archäologischen Forschungen von OSR Elmar Tscholl, im Verein mit den zuständigen Bundesstellen. Seit 1966 haben sich die Vermutungen, dass der Markt sozusagen auf dem Fundament einer römischen Anlage steht, bewahrheitet. Die Untersuchungen brachten konkrete Hinweise über das Bestehen einer einst mächtigen römischen Festung. Ihr Ausmaß von 160 x 200 Meter soll einer Truppe von 1000 Soldaten Raum geboten haben. Nicht nur im Altertum, sondern auch im Mittelalter genoss die Gemeinde Wallsee ein hohes Ansehen. Durch die Verleihung des Marktrechtes 1362 bekamen die Bürger das Recht zum begehrten Handel mit Eisen. An die Zeit des Salzhandels erinnert noch der Name des "Salzhauses" in Wallsee. Vom 16. bis Ende des 19. Jh.s florierte unterhalb des Schlosses eine Mühlsteinindustrie. Der Vater der Heimatdichterin Resl Mayr hatte bis 1890 einen Mühlsteinbetrieb in Wallsee geführt. Vor der Jahrhundertwende gab es drei Betriebe, die Mühlsteine erzeugten. Neben deren Verkauf an Hausmühlen im Mostviertel wurden sie auch auf sogenannten "Mutzen" weit die Donau hinunter verfrachtet. Im Jahre 1895 wurde der letzte in Wallsee gefertigte Mühlstein in die Außenwand
des Hauses Marktplatz 19 eingemauert. Nach dem Zweiten Welt-krieg erhielt Wallsee durch das Treffen des amerikanischen Generals Patton und des russischen Marschalls Tolbuchin mit der anschließenden dreitägigen Sieges-feier im Schlosshof von Wallsee internationale Bekanntheit. Seit dem Jahre 1971 sind die Gemeinden Wallsee u. Sindelburg zur Gemeinde Wallsee-Sindelburg vereinigt.