Außer beachtenswerten Funden aus der mittleren Jungsteinzeit, kamen keine Spuren zutage. Wenn auch der Name des Urlbaches, der seinen Ursprung im Gemeindegebiet hat, auf die Kelten hindeutet, so kann man daraus keine weiteren Rückschlüsse auf diese Zeitepoche ziehen. Erst mit der Stiftsgründung in Seitenstetten beginnen allmählich die Quellen für die Geschichte im oberen Urltal. Die Heimatchronik, verfaßt von K. Schlöglhofer und A. Putz, läßt einige Deutungen für die Ortsnamenbezeichnung gelten. Die im Hoch-Mittelalter bekannten herrschaftlichen Beinamen "Url"/"Erl" könnten Paten des Ortsnamens sein. Im Mittelalter fiel das obere Urltal als landesfürstliches Lehen den Herren von Schloß St. Peter/Au zu. Trotz der kaiserlichen Weisung über die Auflösung des "Haager Bundes" (1596/ 97), trafen sich die unzufriedenen Bauern zu geheimen Zusammenkünften in Tiefenbach im oberen Urltal. Sie schufen eine straffere Bauernorganisation und wählten aus jedem Pfarrsprengel einen Hauptmann.
Mit der Verlegung der Volksschule vom hochgelegenen Bauernhof "Peilstein" ins Tal (1876), wurde der eigentliche Grundstein für den Ort gelegt. Durch die Errichtung der Pfarrkirche (1914) ging die Ortsbesiedlung weiter aufwärts. 1922 entstand die Gemeinde, und 1930 erhielt Ertl den ersten Pfarrer. In den folgenden Jahrzehnten, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, schuf die junge und aufstrebende Gemeinde die erforderlichen kommunalen Einrichtungen, die zur Entfaltung einer lebendigen Ortsgemeinschaft führten.