Während man den Most anderswo auch aus Äpfeln herstellt, wird er im Mostviertel hauptsächlich aus der Mostbirne gewonnen. Zur Erzeugung verwendet man beinahe ausschließlich handverlesene Birnen aus Obstbaumwiesen und Birnbaumalleen, die nicht gespritzt und nicht gedüngt werden.
Ein Großteil der Mostbirnen wird auch heute noch händisch geklaubt.
Nach dem Waschen wird das Obst mit sogenannten "Birnreiben" zerkleinert und anschließend gepreßt.
Bei kleineren Betrieben wird fallweise auch heute noch händisch gepresst wie anno dazumals.
Heutzutage sind hochmoderne Niederdruckpressen ähnlich wie im Weinbau im Einsatz, während man dazu in der Mostblütezeit um die Jahrhundertwende große Baum- und Balkenpressen verwendet hat.
Der Süßmost fließt meist gleich direkt in die weitläufigen Keller, wo er bei konstanter Temperatur in Holzfässern oder neuerdings auch in Stahl- und Kunststofftanks vergoren wird. Der Gärprozess ist nach etwa 6 bis 8 Wochen vollständig abgeschlossen. Mehrmaliges schonendes Umziehen des Mostes fördert noch die Klärung des Getränkes, bevor der Most schließlich für den Verkauf in Flaschen abgefüllt oder direkt beim Bauern ausgeschenkt wird.
Der Most selbst ist fruchtig erfrischend und bernsteinfarben, bekömmlich und noch dazu gesund. Sein Alkoholgehalt liegt zwischen 4 und 8 Volumprozent und ist damit wesentlich niedriger als beim Wein. Zum Vergleich: Bier hat etwa 5 Volumprozent Alkohol, Wein rund 12 Volumprozent. Mit nur 480 Kilokalorien pro Liter ist der Most Spitzenreiter unter den kalorienarmen Durstlöschern. Ein natürlicher Fruchtsäure- und Vitamin C - Gehalt fördert die gesundheitliche Wirkung des Getränkes genauso wie die wichtigen in entsprechender Menge enthaltenen löslichen Mineralstoffe Kalium, Calcium und Magnesium.